Burnout

Melanie Goel über ihr Leben mit und nach dem Burnout

Die ehemalige Burnout-Betroffene Melanie Goel berichtet hier auf XING, wie es zu ihrem Burnout kam und wie sie heute lebt. Das ist alleine schon deshalb anerkennens- und lesenswert, weil sie sehr offen ausspricht, was uns alle sehr oft umtreibt.

 

PS: Bemerkenswert – und wie so oft in der Netzwelt – auch ein bisschen alarmierend ist, auf welche teilweise irritierend aggressive Art der Artikel kommentiert wird. Liebe Betroffene, die ihr vielleicht gerade akut in der Krise seid und deshalb vielleicht auch ein bisschen labil: Erspart euch diesen Teil des Posts dann besser erst einmal.

Handelsblatt: Was gegen Burnout wirklich hilft. Echt jetzt!

Endlich wissen wir ganz genau, was wir tun müssen, um Burnout zu vermeiden! Klaus Hansen erklärt es uns im Fachmagazin für derlei Fragen. Richtig: Dem Handelsblatt: So schützen sich Manager vor einem Burn-out.

Ohne spoilern zu wollen, seien hier schon mal die wirksamen Mittel genannt: Achtsamkeit, Entspannung und Delegieren von Aufgaben. Echt jetzt?! Hätten wir das doch nur vorher schon gewusst! Dann hätten wir uns die teuren und langwierigen Klinikaufenthalten und Therapien gespart. Ach so, das gilt ja nur für Manager. Drängen sich also zwei Fragen auf: 1. Was tun Nicht-Manager? Und 2.: Kann man Sich-Entspannen und Achtsamkeit eigentlich auch delegieren? Wäre doch effizienter. 🙂

 

Hach ja… #78

„Die individuelle Bewältigung von Stress, wie sie sich in den vergangenen Jahrzehnten herausgebildet hat, ist aus gesundheitspolitischer Perspektive jedoch problematisch, da die Ratschläge zur Selbstoptimierung den Wettbewerb zwischen den Individuen mittelfristig zusätzlich verschärfen. Die Fixierung auf den Einzelnen, wie sie im Rahmen aktueller Stressmanagement-Ansätze insbesondere von der Psychologie propagiert wird, fürht zu einer Entvergesellschaftung gesellschaftlicher Problemlagen. Mehr oder weniger stillschweigend wird dabei von der Prämisse ausgegangen, dass der Einzelne in der Lage ist, mit ständig wachsenden Herausforderungen umzugehen. Auf diese Weise wird die Frage nach gesellschaftspolitischen Lösungen für die im zuge von Deregulierung, Selbstoptimierung und Beschleunigung gewachsenen Belastungen ausgeblendet.“

Patrick Kury: Von der Neurasthenie zum Burnout – eine kurze Geschichte von Belastung und Anpassung. In: Neckel, Sighard; Wagner, Greta: Leistung und Erschöpfung. Burnout in der Wettbewerbsgesellschaft. Frankfurt am Main, 2013.

Spektrum.de: Warum Burnout keine Krankheit ist

Tja, da hatten sich einige Journalisten offensichtlich schon gefreut, dass die WHO Burnout als Krankheit anerkennen würde, weshalb sie es als Nachricht in die Welt trugen. Wie bereits neulich schon erwähnt: Da war vermutlich der Wunsch Vater des Gedankens, wie uns auch Spektrum.de aufklärt: Warum Burnout keine Krankheit ist. Burnout ist von der WHO lediglich als „Faktor, der die Gesundheit beeinträchtigen kann“ neu definiert. Immerhin: Betroffene werden das aus ihrer Erfahrung voll und ganz bestätigen können.

Gesundheit! (Oder doch Krankheit?)

In unseren Gesprächen diskutieren wir gelegentlich, ob Burnout nun eine gute oder schlechte Sache sei? Hilft uns Betroffenen, dass wir uns mit dieser Krankheit identifizieren können? Oder ist es doch eher hinderlich? Ist es nun ein krankes Muster oder hilft die Burnout-Krise nicht letztendlich dabei, ein gesundes und zufriedenes Leben anzustreben?

In diesem Zusammenhang war die Meldung interessant, dass die WHO ihren Diagnosekatalog ICD („International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems“) neu ordnet, um die neue Fassung dann im kommenden Jahr zu veröffentlichen. Burnout wird dann – so war zu hören, sehen und lesen – dann anders als bisher als Krankheit behandelt werden. Eine überraschende Meldung, schließlich geht es bei solcherlei Entscheidungen eigentlich immer um die Frage, welche gesundheitspolitische Auswirkungen man bezwecken möchte. Mit anderen Worten, es geht um wirtschaftliche Interessen oder nochmal anders ausgedrückt: Es geht – wie so oft – darum, wohin das Geld im Gesundheitssystem umgeleitet wird, sprich: Wer bekommt die meiste Kohle.)

Gerald Hüther: Die Kraft der Würde

Der renommierte Neurowissenschaftler Gerald Hüther war kürzlich zu Gast in Gabor Steingarts Morning-Briefing. Es geht über die Veränderungen unserer Wirtschaft und Gesellschaft und wie wir gemeinsam und als Einzelne darauf reagieren (können). Ein sehr hörenswertes Interview: Die Kraft der Würde.

107 Millionen Fehltage und 12,2 Milliarden Euro…

… volkswirtschaftlicher Schaden haben uns psychische Erkrankungen, nach einem angeblichen Regierungsbericht zufolge, im Jahr 2018 beschert. Werden Burnout und Stress oder andersherum Leistungsfähigkeit, Gesundheit und Zufriedenheit auf die politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche oder gar persönliche Agenda kommen? Wir warten mal gespannt ab. Für die Zwischenzeit hier der Hinweis auf einen lesenwerten Kurz-Kommentar zum Thema, der Anfang des noch jungen Jahres auf www.tagesspiegel.de zu lesen war: Stress, Burnout, Depression – Die Politik reagiert hilflos auf die kranke Gesellschaft

Dranbleiben!

Jessas Maria und Josef von Rainer M Schiessler

„Denn wie oft im Leben stehen wir vor einer unüberwindlichen Mauer und wähnen uns am Ende? Wie oft kämpfen und mühen wir uns ab, einen Ausweg zu finden, um nach zahllosen Versuchen in uns zusammenzusinken, kurz vor dem Aufgeben? Wie oft meinen wir, dass es das Leben besonders böse mit uns meint und wir von allen guten Geistern – auch Gott – verlassen sind? Und dann, irgendwann, kommt unerwartet plötzlich doch ein Lichtlein daher, das uns einen Weg weist, den wir zögernd gehen, weil er noch dunkel und steinig scheint, um ein paar Meter weiter plötzlich wieder im weiten Land, in heller Sonne auf einer großen breiten Straßenkreuzung zu stehen., auf der uns viel Wege zum Weiterwandern einladen. Und wie gerne nehmen wir diese Einladung an, entscheiden uns und spüren die unendliche Freiheit, uns entscheiden zu dürfen. „

Und die Welle rollt weiter…

Einer Gallup-Studie zufolge brennen immer mehr jüngere Menschen im Job aus. Die Studie bezieht sich auf die USA. Vollziehen wir auch diesen Trend in Europa nach? Es steht zu befürchten: Hier geht’s zur Studie

Mediation hilft. Aber warum?

Meditation hilft Menschen mit depressiven Erkrankungen. Aber warum eigentlich? Der Neurowissenschaftler Sam Harris befragt in der 111ten Folge seines (allgemein sehr hörenswerten, allerdings englischsprachigen) Podcast „Waking up“ zwei Menschen, die es wissen müssen, nämlich Daniel Goleman und Richard Davidson. Für alle, die ein bisschen tiefer in die Geheimnisse  der Meditation aus wissenschaftlicher Perspektive einsteigen möchten, sind das äußerst gut investierte eineinhalb Stunden: The Science of Meditation

 

 

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