Posts by: Edgar

Wurzelbehandlung: Viktor E. Frankl über „Existentielle Frustration“

„[Und ] zwar denke ich an die Sonntagsneurose, eine Depression, welche jene Menschen befällt, die der Inhaltsleere ihres Lebens bewußt werden, wenn am Sonntag die wochentägliche Betriebsamkeit sistiert und das existentielle Vakuum in ihnen aufbricht.

Für gewöhnlich freilich ist die existentielle Frustration keine manifeste, sondern eine latente. Das existentielle Vakuum kann auch larviert, maskiert bleiben, und wir kennen diverse Masken, hinter denen sich das existentielle Vakuum verbirgt. Denken wir bloß an die sogenannte Manager’s Disease, die Krankheit der Manger, die sich aus ihrer Arbeitswut heraus in die Betriebsamkeit hineinstürzen, wobei der Wille zur Macht – um nicht zu sagen seine primitivste und banalste Ausprägung: der ‚Wille zum Geld‘ – den Willen zum Sinn verdrängt.

Aber es gibt nicht nur eine Manager’s, sondern, wie ich sie nennen möchte, auch eine Mrs. Manager’s Disease. […] All diese Menschen sind auf der Flucht vor sich selbst, indem sie sich einer Form der Freizeitgestaltung hingeben, die ich als zentrifugal bezeichnen möchte und gegenüberstellen einer solchen, die den Menschen nicht nur Gelegenheiten zur Zerstreuung, sondern auch solche zur inneren Sammlung zu geben versucht. […]

Ich halte das beschleunigte Tempo des Lebens von heute für einen, wenn auch vergeblichen Selbstheilungsversuch der existentiellen Frustration; denn je weniger der Mensch um ein Lebensziel weiß – nur desto mehr beschleunigt er auf seinem Lebensweg das Tempo. […]

Das Bekümmertsein um so etwas wie die Sinnhaftigkeit menschlichen Daseins, auch das Zweifeln an ihr, ja sogar das Verzweifeltsein im Hinblick auf eine vermeintliche Sinnlosigkeit menschlicher Existenz ist nun keineswegs ein krankharter Tatbestand, ein pathologisches Phänomen […]. Denn die Sorge um den Sinn seiner Existenz zeichnet ja den Menschen als solchen aus […], und wir dürfen dieses Menschliche – mehr als dies: dieses Allermenschlichste am Menschen – nicht zu etwas bloß allzu Menschlichem machen, beispielsweise zu einer Schwäche, zu einer Krankheit, zu einem Symptom, zu einem Komplex.“

Viktor E. Frankl: Der Mensch auf der Suche nach Sinn.

Besser lernen durch Leistungsorientierung?

„Im Bildungsbereich hat Carol S. Dweck argumentiert, dass Menschen, die man dazu bringt, an das eigene Veränderungspotenzial zu glauben, eher bereit sind, das Lernen als Ziel zu wählen als die reine Leistung. Das hilft ihnen dann, negatives Feedback besser zu ertragen und nicht so schnell aufzugeben. Ein Schüler, der nichts weiter als gute Noten haben will (Leistung als Ziel), wird auf einen Misserfolg mit Selbstzweifeln reagieren und seine Bemühungen möglicherweise aufgeben, weil er fürchtet, nicht mehr als ‚guter Schüler‘ angesehen zu werden. Dwecks Theorie zufolge reagiert ein Schüler, der Lernen als Ziel wähl auf das gleiche negative Feedback mit mehr Gelassenheit. ‚Oh, interessant, dieses Feedback kann ich nutzen, um in Zukunft mein Lernen noch erfolgreicher zu gestalten.n, eher bereit sind, das Lernen als Ziel zu wählen als die reine Leistung. Das hilft ihnen dann, negatives Feedback besser zu ertragen und nicht so schnell aufzugeben. Ein Schüler, der nichts weiter als gute Noten haben will (Leistung als Ziel), wird auf einen Misserfolg mit Selbstzweifeln reagieren und seine Bemühungen möglicherweise aufgeben, weil er fürchtet, nicht mehr als ‚guter Schüler‘ angesehen zu werden. Dwecks Theorie zufolge reagiert ein Schüler, der Lernen als Ziel wähl auf das gleiche negative Feedback mit mehr Gelassenheit. ‚Oh, interessant, dieses Feedback kann ich nutzen, um in Zukunft mein Lernen noch erfolgreicher zu gestalten.'“

Oettingen, Gabriele: Die Psychologie des Gelingens. München, 2014

Udo Lindenberg: Ganz anders

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https://www.youtube.com/watch?v=9E94wX0cwdk

Eigentlich bin ich ganz anders
Ich komm’ nur viel zu selten dazu
Du machst hier grad’ mit einem Bekanntschaft
Den ich genauso wenig kenne wie du

Ich hab’ so viel’ Termine
In der Disco, vor Gericht und bei der Bank
Da schick’ ich einfach meine Vize-Egos
Und das wahre ich bleibt lieber im Schrank

Hach ja… #63

„Nicht die Realität selbst, sondern unsere Interpretation der Realität führt zu einer Amygdala-Aktivität mit all den dazugehörigen Stressreaktionen.“

Sebastian Purps-Pardigol
In: Führen mit Hirn. Mitarbeiter begeistern und Unternehmenserfolg steigern. Frankfurt am Main, 2015

 

Wie es beginnt. Und wie es weitergeht.

„Eines Tages aber erhebt sich das ‚Warum‘, und mit diesem Überdruss, in den sich Erstaunen mischt, fängt alles an. ‚Fängt an‘ – das ist wichtig. Der Überdruss steht am Ende der Handlungen eines mechanischen Lebens, gleichzeitig leitet er aber auch eine Bewusstseinsregung ein. Er weckt das Bewusstsein und fordert den nächsten Schritt heraus. Der nächste Schritt ist die unbewusste Rückkehr in die Kette oder das endgültige Erwachen.“

Albert Camus

Hach ja… #62

Man sollte nicht davon ausgehen, dass ein Partner „etwas weiß“, „etwas wissen müsste“, „etwas erkennen sollte“ etc. Partner sind keine Telepathen (glücklicherweise!), also gilt: Alles, was ein Partner wissen sollte, muss ich ihm sagen und zwar so, dass er es verstehen kann! (Diese Annahme erscheint auf den ersten Blick hochgradig trivial, wird aber von vielen Paaren äußerst hartnäckig ignoriert: Sehr verbreitet ist die „implizite Telepathie-Annahme“: „Wenn du mich lieben würdest, wüsstest du, was ich möchte.“ Diese Annahme ist ebenso romantisch wie unsinnig!)

Sachse, Rainer: Konflikt und Streit. Wie wir konstruktiv mit ihnen umgehen. Berlin u.a., 2016.

 

Burnout ist teuer

„Der Hamburger Konzern Unilever beispielsweise errechnete im Jahr 2011, dass allein in der Konzernzentrale mit 1100 Beschäftigten die durch psychisch erkrankte Mitarbeiter entstandenen Gesamtkosten bei 7 Millionen Euro liegen.“

Purps-Pardigol, Sebastian: Führen mit Hirn. Mitarbeiter begeistern und Unternehmenserfolg steigern. Frankfurt am Main, 2015

Spurensuche: Das besondere Erbe einer besonderen Generation

Auf Bayern 2 war neulich ein Beitrag zu hören, der einen wichtigen Aspekt in Zusammenhang mit unseren seelischen und gesundheitlichen Beschwerden beleuchtet: Die Übertragung mancher Muster, Traumata oder Ängste von unseren Vorgänger-Generationen, der so genannten Kriegsgeneration. Sehr empfehlenswert (für Menschen in stabilem Zustand)!

Kriegsenkel – Das besondere Erbe dieser Generation

Eine wichtige Lehre, die man auf alle Fälle ziehen kann ist: Wir sind wahrlich nicht allein. 🙂


 

Hoffen auf Glück als Falle

Man erofft nur, was man nicht hat. Hofft man auf Glück, heißt das, dass es einem fehlt. Ist es da, worauf soll man dann noch hoffen? Dass es bleibt? Das heißt, man fürchtet, dass es zu Ende gehen könnte, und da löst sich das Glück bereits in Angst auf. Das ist die Falle der Hoffnung, mit oder ohne Gott: Vor lauter Hoffen auf das Glück von morgen verbieten wir uns, es heute zu leben.“

Comte-Sponville, André: Woran glaubt ein Atheist? Zürich, 2014.

Oliver Kahn: Was tun in und nach der Krise?

Kahn, Oliver: Ich. Erfolg kommt von innen. München, 2008

lch weiß, wie man in den Burn-out kommt. Und dass es möglich ist, den Burn-out zu besiegen. Wer im Burn-out steckt, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Um wieder runterzukommen und die Anspannung loszuwerden. Ist die Krise überwunden, sollte man beginnen, sein Leben zu überdenken und zu verändern. Es ist wichtig sich bewusst zu machen, dass das Streben nach Erfolg, wenn es dauerhaft exzessiv und zwanghaft betrieben wird, krank machen kann. Man muss lernen, dass der Erfolg nichts bringt, wenn er einen kaputt macht.

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